Rechts­staat erleben – von Kindes­beinen an

Schon in jungen Jahren sind Schülerinnen und Schüler Teil des Rechts­systems. Trotz der immensen Bedeutung, die das Recht in unserer Gesell­schaft hat, schwindet das Bewusstsein für dieses soziale Fundament gerade in dieser Alters­gruppe. Mit dem Programm „Anwältinnen und Anwälte in die Schulen“ soll dieser Entwicklung nun Einhalt geboten werden. Fragen im und um das Rechts­system werden von erfah­renen Juristen umfassend beant­wortet. Auf diese Weise gewinnen die Schülerinnen und Schüler ein umfas­sendes Bild dessen, was den Rechts­staat ausmacht und was sie konkret durch ihn gewinnen.

Praxisnahe Beispiele wecken das Interesse am Recht

Erfahrene Praktiker aus den unter­schied­lichsten Rechts­ge­bieten besuchen hierzu Klassen aller Schul­formen und machen das Recht für die Schülerinnen und Schüler greifbar. Die Lebens­realität der Jugend­lichen wird dabei umfassend mit einbe­zogen: Haben Kinder ein Recht auf Taschengeld? Welche Handhabe gibt es gegen Mobbing in der Schule? Ab wann darf man einen Handy­vertrag abschließen? Aber auch Fragen der Rechts­so­zio­logie können Teil des Diskurses werden: Wirkt unser Rechts­system? Ist das Recht denn auch wirklich gerecht? Wo gibt es ggf. noch Schwach­stellen?

Spannende Unter­richts­kon­zepte fördern und fordern die Schüler

Klassi­scher Frontal­un­ter­richt kann die vielen Aspekte des Rechts kaum wieder­geben. Aus diesem Grund sieht das Projekts unter­schied­liche pädagogische Ansätze vor, die den Unter­richt für die Schülerinnen und Schüler greif­barer machen. Sie wecken das Interesse der Jugend­lichen in beson­derem Maße und können indivi­duell in das Unter­richts­konzept einge­ar­beitet werden.

  • Diskussion über Themen eines bestimmten Rechtsgebiets
  • Planspiel einer Gerichtsverhandlung
  • Erarbeitung eines eigenen Gesetzes für die „einsame Insel“
  • Besuch eines Prozesses gemeinsam mit dem anwaltlichen Lehrer

Lebensnahe Frage­stel­lungen

Um den Schülerinnen und Schülern durch das Angebot auch in ihrem Alltag ganz praktisch zu unterstützen, bieten sich eine Reihe inter­essanter Frage­stel­lungen an:

  • Ist ein allgemeines Handyverbot in der Schule erlaubt?
  • Dürfen Lehrer die Inhalte von Handys kontrollieren?
  • Welche Rechte hat man auf Instagram?
  • Haben Kinder einen Anspruch auf Taschengeld?
  • Haften Eltern wirklich für Ihre Kinder?
  • Ab wann darf man ausziehen?
  • Wo beginnt Stalking und Cybermobbing/ Mobbing in der Schule
  • Einsatz von K.O.-Tropfen (Kann als konkrete Einführung in das Strafrecht dienen)
  • Welche Konsequenzen haben illegale Downloads von Musik oder Filmen?
  • Handyverträge – welche Gefahren drohen?
  • Internetkauf – welche Rechte habe ich?

Aber auch abstrakte Fälle können das Interesse der Schüler am Recht wecken. Hierzu eignen sich auch Frage­stel­lungen, die häufig in den Medien angesprochen werden:

  • Darf man ein Passagier-Flugzeug abschießen, wenn es genutzt werden soll, um damit ein vollbesetztes Fußballstadion zu attackieren?
  • Wie steht es um das Folterverbot, wenn eine Kindesentführung vorliegt und das Opfer möglicherweise nur durch Androhung oder Einsatz von Gewalt noch gerettet werden kann?
  • Wie funktioniert ein Asylverfahren
  • Welche Bedeutung hat das Grundgesetz?

Ein Projekt mit vielen Anknüpfungs­punkten

Das Recht regelt das gesell­schaft­liche Zusam­men­leben in seiner Gesamtheit. Es ist daher so facet­ten­reich wie das Leben selbst. Der Besuch eines Anwalts oder einer Anwältin kann daher in eine Vielzahl von Fächern  integriert werden.

  • Rechts- oder Sozialkundeunterricht
  • Im Rahmen von AG- oder Projektwochen
  • Integration in andere Fachbereiche sind auch denkbar: So zum Beispiel in den Biologieunterricht bei Fragen zum Umweltrecht.

Zusätzlich kann der Besuch durch interessante Kurzfilme des Justizministeriums NRW vor- oder nachbereitet werden.